29.09.2008

Full Throttle Club Vol.14

Das erste Nachtrennen der Formel 1 war nicht nur wegen der vollständig beleuchteten Strecke in Singapur sehenswert, auch die Action kam nicht zu kurz. Wie es sich für einen engen Stadtkurs gehört, musste bei fast jedem Crash das Safety Car raus, und die Lotterie begann: Abhängig vom Tankzeitpunkt verschob sich die Reihenfolge zweimal derart, dass schließlich der von Platz 15 gestartete Fernando Alonso das Rennen gewann. Ihren Teil zu diesem Ergebnis trug nicht zuletzt die Scuderia Ferrari bei, wo man zunächst irrtümlich Felipe Massa grünes Licht gab, obwohl der Tankrüssel noch am Wagen hing, um dann mit ansehen zu müssen, wie sich Weltmeister Räikkönen in der drittletzten Runde über einen Curb an die Streckenmauer katapultierte. Alonso letztlich Erster, Nico Rosberg sensationell auf Platz zwei, und Lewis Hamilton sammelte als Dritter die dringend benötigten Punkte, um sich in der Fahrerwertung weiterhin vor Massa behaupten zu können.
Notiz am Rande: Der RTL-Livestream ist ne nette Sache für Leute wie mich, die RTL nicht per Glotze empfangen können. Gute Bild- und Tonqualität, weniger Werbung (stattdessen ein Standbild, das lässt sich aushalten). Dennoch bleibt das größte Manko der RTL-Übertragung bestehen: Heiko Wasser mit seinen Versuchen, diejenigen Zuschauer, die sich nicht für Christian Danners professionell-sachliche Aussagen interessieren (also die Hausfrauen, die mit der Familie gucken müssen), durch bemüht emotionale Kommentare für das Rennen zu begeistern und natürlich auch die "deutsche Sicht" für die Stammtischler, die immer noch Schumi nachtrauern, wiederholt hervorzukehren. Wie spannende Rennkommentare sein sollten, kann er sich aber ganz leicht bei den Kollegen aus England abschauen - wir reden hier schließlich von Autorennen im physikalisch-technischen Grenzbereich, nicht von Spazierfahrten zum Familienpicknick in die Heide, um die wundervolle Natur zu erleben!

So, nach der Schelte mache ich mich nun mit dem Full Throttle-Cart auf und davon...

26.09.2008

Pre-Election Mania

Heute nacht wird das erste TV-Duell der US-Präsidentschaftskandidaten gezeigt. Ein überflüssiges Schaulaufen, schließlich steht ja dank der Wahlcomputer das Ergebnis bereits fest. Sieger McCain wollte eigentlich gar nicht mehr kommen, aber seine Gefolgschaft, bestehend aus der MILF [Merchandise] und Kettensägen-Carly, wird wohl sanft nachgeholfen haben. Ich werde mich wegen den beiden Herren nicht von 03:00 bis 05:00 vor die Glotze setzen, aber wenn die Ladies nachts ölcatchen würden, ...

08.09.2008

Don't blame the weatherman!

Die Wettervorhersage ist ein heikles Geschäft: Millionen hängen an den Lippen der Wetterfrösche, wenn neue Hochs und Tiefs, Wolkenbänder und Böen aus südwestlicher Richtung verkündet werden. Kein Wunder, dass die Halbgötter der Wetterkarte ebenso verehrt werden wie ihre antiken Vorfahren, vor allem, wenn sie bei Außeneinsätzen á la Kachelmann vom Wetterolymp zum gemeinen Volk herabsteigen und ihre Weisheiten raushauen. Manch einer zieht da die Ruhe des gemütlichen Studios vor, hier lässt es sich auch viel besser ausrasten als draußen auf der Straße. Insgesamt also ein verantwortungsvoller Job, zu dem auch ein augenschonendes Styling gehört, um das Volk nicht zu vergrätzen.

Full Throttle Club Vol.13

Nachdem der Grand Prix von Belgien die meiste Zeit über eher langweilig verlief, vom obligatorischen Startgetümmel einmal abgesehen, fing es drei Runden vor Schluss noch an zu regnen. In der packenden Endphase gab es zahlreiche Dreher und einen tollen Schlusskampf zwischen Kimi Räikkönen und Lewis Hamilton, den der Engländer letzlich für sich entschied, da Räikkönen in die Streckenbegrenzung ausrutschte. Hamilton gewann, gefolgt von Felipe Massa und Nick Heidfeld, der volles Risiko gegangen war und kurz vor Rennende noch auf Regenreifen gewechselt hatte. Alles Zucker, aber nur für den Moment. Denn ca. zwei Stunden nach der Siegerehrung brummten die FIA-Rennkommissare dem Gewinner plötzlich 25 Sek. Strafzeit auf, weil er angeblich unfair abgekürzt hatte! Dadurch wurde Massa Erster, Heidfeld Zweiter und Hamilton immerhin noch Dritter. Mal ehrlich: So wie diese letzten Runden muss ein Grand Prix sein, die Spannung beim Zusehen war riesig, den Nervenkrieg des ständigen Überholens auf nasser Strecke gewann der bessere Fahrer - und dann wird so ein Ergebnis nachträglich korrigiert, obwohl die Entscheidung auf der Strecke eindeutig war! Da schau' ich mir doch lieber die Rallye-WM an, wo hart erkämpfte Siege noch anerkannt werden.

Und aus lauter Frust dreh' ich jetzt 'ne Runde mit dem Full Throttle-Stapler!